Der Campus Augustusplatz
Das Bauvorhaben
Der Campus Augustusplatz nimmt so langsam Gestalt an, doch die Zeit der Interime, der Ersatzlösungen für Hörsäle und Seminarräume, ist noch nicht vorbei. Und so tingeln Studierende und Dozenten weiter durch die gesamte Stadt von einem Ausweichquartier zum nächsten. Immerhin, so habt Ihr gleich eine gute Gelegenheit Leipzig intensiv kennenzulernen.
Die Geschichte
Alles begann damit, dass mit dem politischen Umbruch sich auch die Studienlandschaft veränderte. Die Zahl der Studierenden stieg beständig, die Ansprüche an Forschung und Lehre auch. Dem waren die Gebäude aus DDR-Tagen nicht mehr gewachsen. Und da Bauen sich gut mit Jubiläen verkaufen lässt, hieß es dann: 2009, zum 600jährigen Universitätsjubiläum, ist alles fertig! Ein Architekturwettbewerb wurde 2001/02 durchgeführt, es gab einen Sieger – das Büro behet + bondzio aus Münster (heute behet bondzio lin) und dann gab es Streit. Streit um den ehemaligen Standort der Paulinerkirche, es gab einen zweiten Wettbewerb 2004 und einen zweiten Sieger – das Rotterdamer Büro von Erick van Egeraat, das nun das Hauptgebäude mit Aula realisieren darf. Dieser Streit, Probleme mit dem Generalunternehmer, dem 2007 gekündigt wurde, und weiterer Probleme, die während eines solchen Bauvorhabens unweigerlich auftreten, führten zu immensen Verzögerungen bei Baubeginn und Bauablauf, sodass nun doch nicht alles fertig sein wird.
Der Bau in den verschiedenen Abschnitten
Der Campus Augustusplatz umfasst neben den Neubauten der Mensa, dem Fakultätsgebäude der Wirtschaftswissenschaften und dem heftig umstrittenen Hauptgebäude mit Audimax und Aula/Andachtsraum auch den Umbau des Hörsaal- und des Seminargebäudes. Bis aufs Hauptgebäude am Augustusplatz und den Innenhof werden alle anderen Abschnitte von uns zum Sommersemester 2009 in Besitz genommen werden können. Für die Mensa bedeutet dies fünf (!) Semester später als ursprünglich geplant und für uns ein letztes Semester im immer überfüllten Interim Katharinenstraße, dafür aber mit tollem Ausblick auf das Bildermuseum. Ob die versprochene „Erlebnisgastronomie“ mit diesem Kunstgenuss mithalten kann, wird sich zeigen. Zumindest der Ausblick durch die gigantischen Glasflächen verspricht ein Erlebnis zu werden, an dem dann auch aufgrund der 890 Plätze deutlich mehr Studierende teilhaben können.
Der Zugang zur Mensa wie auch zum darüberliegenden Kinderladen mit Still- und Wickelraum wird über das zentrale Foyer des Hörsaalgebäudes erfolgen. Ebenso wird die erweiterte Zweigstelle Augustusplatz der Uni-Bibliothek darüber erreichbar sein. Hier werdet Ihr die Lehrbuchsammlung und die Freihandbereiche für die Wirtschaftswissenschaft, Mathematik, Informatik und für Kommunikations- und Medienwissenschaft finden. Angedacht wird ein „intelligentes“ Selbstverbuchungssystem mittels RFID-Chips zu installieren, wodurch längere Öffnungszeiten und ein studentenfreundlicher Rund-um-Service erreicht werden soll. Auch die Hörsäle werden mit neuer Technik und auch neuem Gestühl ausgestattet sowie barrierefrei zugänglich sein. Probleme gab es beim Zugang zur Fahrradtiefgarage unter der Mensa, der aufgrund von Planungsfehlern eben nur ein Zugang und keine Zufahrt über eine Fahrrampe geworden ist. Der Praxistest wird zeigen, wie praktikabel die Parkmöglichkeit ist und daraus resultierend, in welchem Maße die 600 Parkplätze genutzt werden. Bleibt zu hoffen, dass das Dauerproblem der mangelnden Fahrradstellplätze durch eine zweite Tiefgarage unter der Aula mit Platz für über 1150 Fahrräder gelöst wird. Doch wird das Hauptgebäude am Augustusplatz erst als letztes fertig werden. Zum großen Festakt im Dezember 2009 werden auf Biegen und Brechen das Foyer und das Paulinum nutzbar sein, der Rest wird erst im Jahr darauf seiner Bestimmung übergeben werden können. Bis dahin wird die anspruchsvolle, „expressive“ Architektur noch so manche Schwierigkeit in der Umsetzung bringen, der Kostenaufwand für die spätere Bewirtschaftung wird auch noch für so manches Kopfzerbrechen sorgen und rund ums „geistig-geistliche Zentrum“ werden auch noch nicht alle Messen gesungen sein.
Während also die Universität erst im nächsten Jahr ihre Räume beziehen wird, herrschen beim Kommerz andere Gesetze. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft werden die Läden im Erdgeschoss des Institutsgebäudes ihre Pforten der kauflustigen Kundschaft öffnen. Dadurch, dass die alte Bauflucht der Grimmaischen Straße wieder aufgenommen wurde, ist man auch viel näher am Kunden dran. Hauptgrund war aber natürlich, dass die Uni den gestiegenen Raumbedarf decken musste und sich dafür den Platz, der einst an die Straße abgegeben wurde, zurückholte. An der modernen Fassade mit ihrem Wechsel von Naturstein- und Glasfassadenelementen fällt vor allem die rostrote Farbe auf. Als historische Anlehnung an den Backstein der Moritzbastei gedacht, die Teil der früheren Stadtbefestigung war, wird das dunkle Rot das Verbindungselement zwischen den einzelnen Gebäuden, aber auch zwischen Innen und Außen sein. Ob Putzfassade, Paneele, Sonnenschutzlamellen oder Linoleumfußböden – alle werden durch das gleiche Rot betont und so auch das von Grund auf modernisierte Seminargebäude ins Ensemble gestalterisch einbezogen. Neu werden hier die durch verschiebbare Wände in der Größe verstellbaren Seminarräume sein, sowie die Aufenthaltsbereiche, die mit Sitzmöglichkeiten und WLAN ausgestattet werden. Im Erdgeschoss werdet Ihr dann nächstes Jahr auch die neuen Büros des StudentInnenRates finden. Sowohl von der Universitätsstraße als auch vom Innenhof zugänglich können wir uns ganz zentral um Eure Interessen kümmern. Schaut einfach mal rein!












