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Kurzsichtige Informationspolitik des SMK

Von: Lillith Stukenberg (14.03.2011, 11:51)

***Pressemitteilung*** Bedarfsprognosen im Lehramt zu kurzsichtig / endlich zunehmende Transparenz seitens SMK / Zeit für ordentliche Finanzierung

Leipzig, 13. März 2011. Das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport (SMK) geht einen richtigen Schritt. Es informiert die angehenden AbiturientInnen über den LehrerInnen-Beruf  per Post. Besonders benötigte Fächerkombinationen werden angepriesen und mit Datenmaterial untermauert. „Einen längst überfälligen Schritt auf dem Weg zur Transparenz“, nennt Tillmann Steiner, Lehramtsreferent des StudentInnenRates der Universität Leipzig (StuRa), diese Aktion. Gerade an Mittelschulen werden LehrerInnen in naher Zukunft fehlen, wohingegen es beispielsweise bei der Fächerkombination Deutsch/Geschichte für Gymnasien vermutlich nie Mangel geben wird. Die Wirkung der Briefe tendiert jedoch gegen Null, wenn die Engstellen an den Hochschulen und im Übergang zum Referendariat nicht beseitigt werden.

Zu kurzsichtig ist eine Informationspolitik, die sich auf Briefe beschränkt. Die Gründe für zu wenige Lehramtsstudierende in bestimmten Fächern liegen an anderer Stelle. „Nur ein Bruchteil der StudienanwärterInnen, die sich an den Universitäten bewerben, bekommen auch einen Studienplatz“, so Steiner. Das kontinuierliche Nutzen von Bedarfsprognosen könnte hier regulierend wirken. Besonders gefragte Fächerkombinationen müssen verstärkt immatrikuliert werden. „Das nächste Nadelöhr heißt Referendariat“, erklärt Steiner weiter. Sachsen bildet seit Jahren für andere Bundesländer aus. 2010 bekamen 375 von 1660 BewerberInnen einen Referendariatsplatz. Nach außen wird immerhin ein Mangel an Lehrkräften prognostiziert. Jetzt muss dieser Mangel nur noch offensiv angegangen werden.

Das SMK und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) binden jedoch dringend benötigte Ressourcen anderweitig. Sachsen leistet sich eine überhastete Lehramtsreform, die den Universitäten die Zeit nimmt, sich z.B. über Bedarfssteuerung Gedanken zu machen. Chronisch unterfinanzierte und unterbesetzte Lehrstühle müssen die Lehrämter wieder unterschiedlich wertvoll machen. Das Referendariat wird zudem um ein Jahr verkürzt, um einen größeren Durchlauf zu erhalten – auf Kosten der Qualität. „Eine weitere Straffung der Inhalte wird zwangsläufig die Burn-out-Gefahr erhöhen“, kritisiert Steiner. Und am Ende nützen alle Bemühungen nichts, wenn in anderen Bundesländern besser gezahlt wird.

Bei Rückfragen steht Ihnen Tillmann Steiner, Referent für Lehramt des StudentInnenRates der Universität Leipzig, gerne zur Verfügung: lehramt@stura.uni-leipzig.de, 0341 - 97 37856.