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Akkreditierung

Akkreditierung ist ein formales Verfahren der Qualitätsprüfung und Anerkennung von Institutionen, Studiengängen oder anderen Gegenständen und Verfahren durch eine externe, unabhängige Körperschaft auf Basis definierten Qualitätsstandards zum Schutz der Studierenden, zur Sicherung internationaler Mindestanforderungen an die Qualität von Lehre und Studium, Erhöhung der Transparenz und Vergleichbarkeit nationaler und internationaler Bildungsangebote sowie zur Erleichterung internationaler Mobilität.

Anerkennung (Recognition)

Unter Anerkennung wird die nationale und internationale Anerkennung von Studien-
oder Prüfungsleistungen, Studienabschnitten oder Studienabschlüssen, aber
auch die Anerkennung von Berufsqualifikationen am Arbeitsmarkt sowie die berufliche
Anerkennung für den Zugang zu reglementierten Berufen (siehe Anerkennungsrichtlinie) verstanden. Für das Konzept des Lebenslangen Lernens ist die Anerkennung erworbener Kompetenzen von Bedeutung. Diese Anerkennung kann
durch summative Verfahren (Assessment, Zertifizierung,...) oder formative Verfahren
(individuelle Standortbestimmung, Kompetenzprofile, Kompetenzenbilanzen,...)
erfolgen. Im angelsächsischen Raum werden mehrere Begriffe für die Anerkennung von (non-formal oder informell) erworbenem Wissen im formalen Bildungssystem verwendet. Der umfassendste Begriff ist „APL – Accreditation of prior learning“, bei dem auch bereits früher zertifiziertes Wissen (z.B. „APEL – Accreditation of prior experiential learning“) berücksichtigt und den anerkannten Kompetenzen Leistungspunkte zugewiesen werden. Neben der formalen Anerkennung von Kompetenzen kann der Wert von Kompetenzen durch Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft auch gesellschaftlich anerkannt werden.

Anerkennungsrichtlinie (Richtlinie 2005/36/EG)

Empfehlung zum EQF gilt nicht für Fälle, in denen die Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen zur Anwendung kommt, die der relevanten nationalen Stelle und der Migrantin/dem Migranten Rechte und Pflichten überträgt. Der Verweis auf die Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens darf keine Auswirkungen auf den Zugang zum Arbeitsmarkt haben, wenn Berufsqualifikationen nach dieser Richtlinie anerkannt wurden. Die Anerkennungsrichtlinie sieht fünf Levels von Qualifikationen vor. Beispiele für dort geregelte Berufe können angeführt werden: ärztliche und nichtärztliche Gesundheitsberufe, ZiviltechnikerInnen und ArchtiektInnen u.v.m. nationalen Umsetzungen und transeuropäischen Gremien, die dort vorgesehen sind, sind z.T. erst im Aufbau.

Assessment

Assessment ist der Oberbegriff für verschiedene Verfahren der Bewertung bzw.
Messung einer Leistung (Kenntnisse, Know-How, Kompetenzen) einer Person,
einer Gruppe oder einer Einrichtung, die in der Regel zur Zertifizierung führen.

Bologna-Prozess

Der Bologna-Prozess ist das Instrument zur Umsetzung eines Europäischen Hochschulraums. Dieser Prozess unterstützt die Europäisierung und Internationalisierung des tertiären Bildungssektors. In der Bologna-Erklärung vom 19. Juni 1999 haben die für Hochschulwesen zuständigen Minister von 29 europäischen Staaten beschlossen (aktuell sind es 46 Länder) bis zum Jahr 2010 einen einheitlichen Europäischen Hochschulraum zu verwirklichen und zu diesem Zwecke auf eine Konvergenz der jeweiligen Hochschulsysteme in Europa hinzuarbeiten. Diese inzwischen als Bologna-Prozess bekannte Bestrebung verfolgt folgende Hauptziele:

  • Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse,
  • auch durch die Einführung des Diploma Supplement
  • Einführung eines Studiensystems, das sich im Wesentlichen auf 2 Hauptzyklen (Bachelor- und Masterstudiengänge) stützt
  • Einführung von Leistungspunktsystemen und Modularisierung
  • Förderung der Mobilität durch Überwindung der Hindernisse, die der Freizügigkeit
  • in der Praxis noch im Wege stehen
  • Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung
  • Förderung der europäischen Dimension im Hochschulbereich als "Markenzeichen"
  • für den Weltbildungsmarkt
  • Ausbau der lebenslangen Weiterbildung als Bestandteil des europäischen Hochschulraumes
  • Enge Einbeziehung der Hochschulen und der Studierenden in den Prozess
  • zur Entwicklung des europäischen Hochschulraumes
  • Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität
  • des europäischen Hochschulraumes.

Diploma Supplement

Das Diploma Supplement (Diplomzusatz, Anhang zum Prüfungszeugnis, Studiengangerläuterung) ist eine im Zusammenhang mit der Schaffung des einheitlichen europäischen Hochschulraumes eingeführte und zur Nachweisführung über den Abschluss eines Studiums in einem nach dem ECTS modularisierten Studiengang vorgeschriebene öffentliche Urkunde, welche von der zuständigen akademischen Dienststelle ausgestellt wird. Sie wird entweder zugleich mit dem Prüfungszeugnis ausgehändigt oder auf Antrag des/der Kandidaten/in ausgestellt. Sie kann in jeder beliebigen Sprache ausgefertigt werden; eine englische Fassung ist üblich.
Im Diploma Supplement wird der abgeschlossene Studiengang detailliert erläutert.
Es sind insbesondere auch Angaben zu machen über - Zugangsvoraussetzungen
(Zulassung zum Studium) - Kompetenzziele - Studieninhalte (Module); die
Auflistung sämtlicher besuchter Veranstaltungen mit Note gehört nicht in ein
Diploma Supplement.

Dublin Descriptors

Dublin Descriptors sind eine fächerübergreifende Beschreibung des Bachelor- und
Masterniveaus, die das Leistungsprofil von Studierenden mit einem Bachelor- oder
einen Masterabschluss festlegen. Diese Festlegung wurde auf europäischer Ebene
von der Arbeitsgruppe Joint Quality Initiative (http://www.jointquality.org) entwickelt.

Kompetenz

Der Kompetenzbegriff gewinnt in verschiedenen Bereichen zunehmend an Bedeutung.
So löst dieser etwa in der (Berufs-)Pädagogik seit Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend den Begriff Qualifikation ab. Der Begriff Qualifikation ist insofern problematisch geworden, da er je nach konkreter Fassung die Passung von situativen Anforderungen (etwa einer Tätigkeit) einerseits und den personalen
Voraussetzungen zu deren Bewältigung in einen (zu) starren Zusammenhang bringen
will. Kompetenzen sind nur wenn es fachliche sind eng auf konkrete Anforderungen
von Berufen oder Tätigkeiten bezogen. Vielfach werden damit allgemeine
Dispositionen von Menschen zur Bewältigung bestimmter lebensweltlicher Anforderungen bzw. die menschliche Fähigkeit zur Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation angesprochen, wenngleich diese aber nur in konkreten Situationen
sichtbar bzw. überprüfbar werden. Der Begriff der Kompetenz wird mittlerweile in unterschiedlichsten Kombinationen verwendet verwendet:


· Alltagskompetenz
· Durchführungskompetenz
· Leitungskompetenz
· Fachkompetenz, Sachkompetenz
· Feldkompetenz
· Handlungskompetenz
· Informationskompetenz
· Inkompetenzkompensationskompetenz
· Interkulturelle Kompetenz
· Internet-Kompetenz
· Kernkompetenz
· Kompetenz und Performanz in der Sprachwissenschaft
· Kompetenzkompetenz
· Lese- und Schreibkompetenz
· Medienkompetenz
· Methodenkompetenz
· Personale Kompetenz oder Humankompetenz
· Schlüsselkompetenz
· Selbstkompetenz

Learning Outcome

Unter Learning Outcome versteht man im Vorfeld definierte Lern- bzw. Qualifikationsziele, die durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung, einem Modul beziehungsweise einer Lehrveranstaltung erreicht werden sollen. Demnach ist eine alleinige Beschreibung der „gelehrten“ Inhalte keine Beschreibung des Outcomes, sondern vielmehr Input. Zur Erhöhung der Transparenz und zur besseren Orientierung der Lernenden enthalten die Modulbeschreibungen Informationen über die angestrebten Learning Outcomes der jeweiligen Module. Im Unterschied zum Outcome kann auch ein Output von Bildungsprogrammen beschrieben werden. Wenn auch eine völlige Trennschärfe der Begriffe fehlt, umfasst der Output konventionell eher formale Ergebnisse wie AbsolventInnenzahlen, Prüfungsergebnisse etc.

Lebenslanges Lernen - LLL

Lebenslanges Lernen (LLL, 3L) ist ein Konzept, Menschen zu befähigen, eigenständig
über ihre Lebensspanne hinweg zu lernen und die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Lebenslanges Lernen umfasst sämtliche Lernaktivitäten in jedem Lebensalter. Gelernt wird in Schulen, in Weiterbildungseinrichtungen, am Arbeitsplatz in der Freizeit (Stichworte sind ehrenamtliche Tätigkeiten, informelles Lernen) u.v.m. Aufgrund der historischen Entwicklung des Begriffes und entsprechender Konzepte wurde lebenslanges Lernen längere Zeit auf Erwachsenenbildung und Weiterbildung bezogen. Die Verbreiterung dieses Verständnisses (von der Wiege bis zur Bahre) ist jedoch zumindest auf ExpertInnenebene bereits common sense.
Lebenslanges Lernen wird in einer Vielzahl bildungspolitischer Dokumente berücksichtigt und wurde mittlerweile auch in Zusammenhang mit dem Lissabon-Prozess gebracht. Nicht zuletzt deshalb sind alle Mitgliedsstaaten der EU aufgefordert eine nationale Strategie zur Umsetzung des LLL zu erarbeiten und regelmäßig über die Fortschritte an die Europäische Kommission zu berichten.

Modul

Das Modul (v. lat. modus „Maßstab“, „Maß“) bezeichnet im Bildungssektor wie
ganz allgemein auch Bausteine, Bauelemente, die Teil eines größeren Systems
sind. Ein Modul ist bei Bachelor- und Master-Studiengängen an Hochschulen eine Lehreinheit, die aus mehreren Lehrveranstaltungen zu einem gemeinsamen Teilgebiet
eines Studienfachs besteht. Ein Modul dauert in der Regel ein bis drei Semester.
Jedes Bestandteil eines Moduls - dazu gehören auch mündliche oder schriftliche
"Modulabschlussprüfungen" - wird entsprechend dem mit der Teilnahme verbundenen
Zeitaufwand mit Credit Points (Studien- oder Leistungspunkten) gewichtet
und in einer "Modulabschlussbescheinigung" benotet. In der beruflichen Bildung liegen unterschiedliche Modulkonzeptionen vor, die entweder eine Feingliederung von Ausbildungsplänen eventuell mit Wahloptionen darstellen oder einer kompetenzorientierten Logik folgen (Schweizer Modell).

Peer-Learning

Wortneuschöpfung in Anlehnung an Peer-Review (dt. Begutachtung), das aus
Verfahren stammt zur Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten im Wissenschaftsbetrieb oder Projekten in Unternehmen. Und zwar durch unabhängige Gutachter, die so genannten „Peers“ (engl. für Ebenbürtige; Gleichrangige) vorrangig
mit dem Ziel der Qualitätssicherung. Peer-Lernen stellt jedoch nicht das Begutachten sondern das voneinander Lernen in den Vordergrund und ist im weitesten Sinn als sektoraler aber internationaler Austausch zwischen FachkollegInnen zu verstehen. Die Europäische Union fördert solchen Austausch in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten u.a. in den Themenfeldern Arbeitsmarktpolitik und Berufsbildungspolitik.

Workload

Ein Begriff der auch in der Computertechnik zu finden ist (und dort die Rechenleistung von Prozessoren beschreibt) soll im Zusammenhang mit Transfersystemen beschreiben welcher (zeitliche) Aufwand erfahrungsgemäß erforderlich ist um ein gewisses Wissen oder gewisse Fertigkeiten zu werben. Workload ist demnach der in Zeitstunden ausgedrückte erwartete Arbeitsaufwand, der für einen erfolgreich absolvierten (Aus-)Bildungsteil oder -Abschnitt notwendig ist. Der Arbeitsaufwand wird in Zeitstunden gemessen und kann sich aus folgenden Faktoren zusammensetzen:
· Kontaktstunden (Präsenzzeit in Lehrveranstaltungen),
· Selbststudium
· Vor- und Nachbereitung einer Veranstaltung,
· Prüfungsvorbereitung,
· Erstellung von Studien- und Abschlussarbeiten,
· Sonstige studienrelevante Aktivitäten (Praktika, Exkursionen, etc.).

 

 

Quelle: "Input, Output, putputput ...Ein Glossar zu Schlüsselbegriffen des künftigen Europäischen Qualifikationsrahmens": www.innovet-eu.com/assets/download_51.pdf