Was ist die Exzellenzintiative?
Die Exzellenzinitiative ist eine Vereinbarung zwischen Bund und Länder, welche im Juni 2005 beschlossen wurde. Festgehalten wurde dies in einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern. Ziel dieser Vereinbarung ist den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu verbessern und die Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbar zu machen.
Im Zuge der Initiative wurden 1,9 Mrd. € im Zeitraum von 2006-2007 für Forschungsprojekte an den Universitäten ausgeschüttet. Die Finanzierung läuft zu 75 % über den Bund und zu 25 % über die Länder. Es gab zwei Förderrunden, eine lief von 2006-2010 und die andere von 2007-2011. Es gab insgesamt 85 geförderte Einrichtungen. Die dritte Runde wird von 2012 bis 2017 laufen. Für diesen Zeitraum stehen 2,7 Mrd € zur Verfügung.
Bereits seit 2006 gibt es drei Förderlinien:
1. Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
2. Exzellenzcluster zur Förderung der Spitzenforschung
3. Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung (Auch als "Elite-Kategorie" bezeichnet)
Die Universitäten müssen eine Antragsskizze einreichen, von diesen Skizzen werden einige ausgewählt, die zu Anträgen ausgearbeitet werden müssen. Nach der Antragsstellung folgt die endgültige Auswahl und die damit verbundene Förderentscheidung. Das Auswahlgremium ist eine gemeinsame Kommission von Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat (WR).
Wie sieht der Zeitplan für die dritte Förderrunde aus?
Bis zum 01. September 2010 konnten alle Universitäten neue Antragsskizzen in den drei Kategorien einreichen. Ám 02. März 2011 verkündete die DFG und WR das Ergebnis der Vorrunde. Insgesamt wurden 25 Antragsskizzen für Graduiertenschulen, 27 für Exzellenzcluster und sieben für universitäre Zukunftskonzepte für die Endrunde ausgewählt. Die Anträge können ebenso wie die Folgeanträge der bisherig geförderten Projekte bis zum 01. September 2011 eingereicht werden. Im Juni 2012 gibt die DFG und die WR die entgültige Entscheidung über die Exzellenzintiative bekannt.
Stellungnahme des StuRa vom 30.01.2007
Der StudentInnenRat wendet sich gegen die einseitige Förderung der Forschung an den Universitäten und die damit einhergehende Auftrennung von Forschung und Lehre sowie die programmatische Trennung von Forschungs- und Lehruniversitäten. Der StudentInnenRat tritt ein für eine noch stärkere Verknüpfung von Forschung und Lehre, deren gegenseitige Bedingung gerade die Idee der Universitäten ausmacht. Die Ausfinanzierung von Forschung und Lehre muss dringend gewährleistet werden.
Der StudentInnenRat kritisiert die einseitige Ausrichtung finanzieller Förderung von öonomisch verwertbaren Wissenschaftsbereichen. Grundlagenforschung sowie Geisteswissenschaften dürfen nicht benachteiligt werden. Der StudentInnenRat fordert eine ausgeglichene Verteilung der Mittel in alle Wissenschaftsbereiche.
Der StudentInnenRat verurteilt das Konzept von so genannten „Elite-Universitäten“ und „Exzellenzclustern“, denen ein unverhältnismäßig großer Anteil an Mitteln gegenüber den so genannten „Massenuniversitäten“ zur Verfügung gestellt werden soll Breitenfinanzierung in allen Stattdessen muss eine angemessene Wissenschaftsbereichen, Hochschulen und Regionen abgesichert werden.
Der StudentInnenRat ist besorgt angesichts des aktuellen Paradigmenwechsels im deutschen Hochschulbereich, dessen Symptome die Umsetzung des Bologna-Prozesses, die Einführung von Studiengebühren und auch die Exzellenzinitiative sind und die Hochschulen immer mehr in einen Wettbewerb gegeneinander setzt. Bildung und Wissenschaft sind kollektive Güter, an deren Weiterentwicklung alle Bildungseinrichtungen gemeinsam arbeiten und wofür angemessene öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen.
Der StudentInnenRat fordert die Leitung der Universität Leipzig auf, die Position der Studierenden zur Kenntnis zu nehmen und diese in Verhandlungen über die Zukunft der Universität und deren Förderung sowie bei der Außendarstellung der Universität Leipzig deutlich mit zu vertreten.






