Sächsische Hochschulen im demographischen Wandel - Pack dein Studium und andere Imagekampagnen
Die Kampagne "Studieren in Sachsen"
Hintergrund: Ende 2007 hat das SMWK einen Fachbeirat einberufen um im Zuge des demographischen Wandels mehr Abiturienten nach Sachsen zu holen. Dieser hat sich nun für eine Imagekampagne entschieden "Studieren in Sachsen", auch besser bekannt unter dem Titel "Pack dein Studium".
Positives: Es ist notwendig, dass mehr Studierende nach Sachsen kommen, bis dato kommt nur ein kleiner Teil der Studierenden aus den neuen Bundesländern. Die Abwanderung und der Rückgang der Geburtenzahlen, aber vor allem die doppelten Abiturientenjahrgänge in den anderen Bundesländern führen in Sachsen zu einem prognostizierten Rückgang der StudienanfängerInnenvon bis zu 30% bis 2020 und danach ist keine Besserung in sicht. Dies bedeutet langfristig weniger Gelder für die Hochschulen und damit noch weniger Studierenden, vor allem wegen der zunehmend schlechten Studienbedingungen. Daraus resultieren viele Folgeerscheinungen. Zudem wird dem Land Sachsen kein gutes Image zu geschrieben: Rechtsextremismus und Dialekt sind dabei die Hauptkritikpunkte. Insofern könnte eine bundesweite Aktion dieser Art zumindest ein sinnvoller Schritt sein, aber nicht der Einzige.
Negatives:
- Studierende entscheiden sich meistens nicht für ein Bundesland, sondern für eine Stadt (da spielen kulturelle Aspekte, familiäre Bindung, Lebenserhaltungskosten, Zulassung, aber Studienbedingungen (Studiengebühren) und Studienangebot eine wesentliche Rolle). Dem wird die Imagekampagne nicht gerecht, da sie für ein Bundesland wirbt, anstatt die mannigfaltigen Studienstandorte hervorzuheben.
- Die Imagekampagne kostet 2,5 Mio €, 10% der Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 . Durch den Hochschulpakt 2020 sind die Sächsischen Hochschulen aufgefordert die Immatrikulationszahlen von 2005 im Jahr 2010 zu halten. Welche Probleme das gerade auslöst sieht man an der Universität Leipzig. Alle AbiturientInnen sollen das studieren können, was sie wollen und auch wo sie es wollen - allerdings müssen dazu genügend Mittel zur Verfügung stehen. Da scheint es eine Farce, dass 10% der Gelder, die für die Verbesserungen der Studienbedingen vorgesehen sind, in eine Imagekampagne fließen.
- Viele Bundesländer/ Studienstandorte haben ähnliche Kampagnen, damit löst sich der Effekt der Werbung, da alle werben. Somit wird vielmehr eine Wettbewerbssituation geschaffen, die Werbung vor Inhalte stellt.
"Studieren in Fernost" - eine ostdeutsche Imagekampagne zur Studierendenakquise
Mit Hilfe der Agentur "Scholz & Friends" wurde im April 2009 die Kampagne "Studieren in Fernost" gestartet - quietschbunt, poppig und zumeist oberflächlich werden dort AbiturientInnen aus "dem Westen" geworben, an einer der 44 ostdeutschen Hochschulen zu studieren.
Die Universität Leipzig hat in diesem Rahmen einen Wettbewerb, dotiert mit 100.000 € gewonnen, um damit Werbe- und Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte und -anfängerInnen durchzuführen.
Zusätzliche Informationen zum Thema Hochschulen im Demographischen Wandel
Große Anfrage der Landtagsfraktion Bünndnis 90/ Die Grünen zum Demographischen Wandel
Enquête Kommission: Demographischer Wandel









