Leipzig72 - StudentInnen gegen Kürzungen
Die Gruppe Leipzig72 - StudentInnen gegen Kürzungen gründet sich aus der Protestbewegung für die Aufhebung des Moratoriums für 3 Berufungsverfahren am Politikwissenschaftlichen Institut.
Ihr findet alle Informationen zur Arbeit der Gruppe sowie deren nächsten Sitzungstermin auf ihrer Internetseite.
Ihr könnt der Gruppe auch Facebook oder auf Twitter folgen oder ihnen auch eine Mail schreiben an: InitiativeLeipzig72_at_googlemail.com
Wir sind dann mal weg! Postkartenaktion gegen Kürzungen
Wir haben begründete Zweifel an der Richtigkeit der aktuellen Kürzungspolitik und rufen zum Protest gegen Institutsschließung und Stellenstreichung auf!
Wobei: Erstmal sind alle weg, im Übrigen auch die EntscheidungsträgerInnen im Ministerium und Rektorat, die sich passend zu den anlaufenden Kürzungen größtenteils in den Urlaub verabschiedet haben. Wir können das auch und lassen uns von hochschulpolitischen Schauergeschichten nicht den Sommer vermiesen. Lasst uns den Verantwortlichen in Dresden und Leipzig einfach nette Urlaubspostkarten zusenden und ihnen so schon mal einen Vorgeschmack davon geben, wenn in Zukunft aus einem kaputtgesparten Sachsen einfach alle mal weg sind. Grüße wie:
Sehr geehrte/r (…), wie viele andere bin ich zur Zeit nicht in Sachsen sondern im wunderschönen (…). Da Sie in Sachsen alles kaputtsparen, werden wir wohl bald nicht nur in der Urlaubszeit aus Sachsen weggehen. Bevor es soweit ist, wollte ich Ihnen hiermit noch einmal einen netten Gruß zukommen lassen. Denken Sie doch einfach einmal in Ruhe über die Langzeitfolgen Ihrer kurzsichtigen Politik nach.
aus Palma, Quebec oder Balkonien also bitte an:
Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlemer
Postfach 10 09 20
01079 Dresden
Den Finanzminister des Freistaats Sachsen, Herrn Prof. Dr. Georg Unland:
Postfach 100 948
01076 Dresden
Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler
Sächsischer Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Die Rektorin der Universität Leipzig, Frau Prof. Dr. med. Beate Schücking
Ritterstraße 26
04109 Leipzig
(Den kompletten Aufruf findet ihr hier.)
Stellungnahme des FSR Powi zu dem Moratorium
Schließungen und Kürzungen am Institut für Politikwissenschaft.
In den letzten Monaten gab es immer wieder Gerüchte am Institut für Politikwissenschaft, dass es zu Kürzungen und Schließungen, v.a. im Lehramt kommen sollte. Vor dem Hintergrund der Vorgaben durch das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, etwa 72 Stellen in den nächsten Jahren an der Universität zu streichen, berichtete schon der ehemalige Prorektor Fach im Januar 2011 dem Senat, dass es Diskussionen zum Abbau der Lehramtsdoppelstrukturen gäbe und eine mögliche Schließung des Institutes daraus folgen könnte.
Daraufhin erschien ein Artikel im Stadtmagazin „Kreuzer“, der diese Thematik aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt (Frühjahr 2011) beruhten alle Informationen, die zu Kürzungen am Institut führen sollten, nur auf Mutmaßungen. Eine Anfrage diesbezüglich im März 2011 an das Rektorat wurde bis dato nicht beantwortet. Die Gerüchte um eine Kürzung des Lehramts wurden daraufhin immer unwahrscheinlicher, bis vor einigen Wochen eine Liste des neuen Prorektor Altmeyer auftauchte, die die Kombinierbarkeit der Lehramtsfächer stark einschränkte. Zum Beispiel sollte Gemeinschaftskunde mit den derzeit beliebtesten Zweit-Fächern, wie Geschichte oder Sport nicht mehr kombinierbar sein. Nachdem wir als FSR und der Lehramtsreferent des StuRa im Rektorat nachgefragt hatten, wurden alle unsere Befürchtungen als haltlos abgetan.
Parallel zu den Ereignissen im Frühjahr liefen am Institut für Politikwissenschaft drei Berufungsverfahren. Im Frühjahr wurde zusätzlich die alte Professur von Frau Meuschel (Politisches System der BRD) durch Frau Lorenz neu besetzt. Aktuell sind damit mit Frau Zinecker (Internationale Beziehungen) nur zwei von fünf vorgesehenen Lehrstühlen am Institut besetzt. Für die weiteren Professuren (Professur Theorie, derzeit vertreten durch Herrn Liebsch; Professur Ethik, Politik, Rhetorik, derzeit vertreten durch Herrn Henkel; Professur IB derzeit vertreten durch Herrn Roscher) liegen aktuell Besetzungsvorschläge der Berufungskommissionen im Rektorat.
Einige Tage nachdem es bereits Gerüchte gab, die Professuren ständen zur Disposition, wurde vom Rektorat verkündet, dass ein „Moratorium“ über alle drei zu besetzenden Professuren verhängt wurde. Damit wird deutlich, dass das Rektorat gerade vor grundsätzlichen Entscheidungen steht. Die Vorgaben des Ministeriums im Rücken, hat man sich jetzt anscheinend aufgrund der „guten“ Vorbedingungen auf das Powi-Institut eingeschossen, welches womöglich damit zum Exempel für die kommenden Kürzungen wird.
Was das Wegstreichen von drei Lehrstühlen am Institut für Folgen haben könnte, ist kaum auszumalen. Die drei Lehrstühle und die damit verbundenen MitarbeiterInnenstellen sind für das Institut für Politikwissenschaft existenziell, damit eine flächendeckende Lehre in allen Bereichen der Politikwissenschaft gewährleistet wird und man den angestrebten Studierendenzahlen gerecht werden kann. Darüber hinaus ist die Professur für Ethik und Rhetorik für das Lehramt vorgesehen (gemeinsam mit der Philosophie) und damit für die geplante Weiterführung des Powi-Lehramtes in Leipzig unumgänglich. Seit fast zwei Jahren fehlt die Kontinuität der Lehre und Forschung am Institut, was für die Studierenden vor allem bei der Gestaltung der Abschlussarbeiten und -prüfungen Schwierigkeiten bereitet.
Für die Fakultät hätte der Wegfall der drei Professuren ebenso gravierende Folgen. Zurzeit ist die Politikwissenschaft eine große Stütze für den Wahlbereich, neben der KMW die am meisten frequentierte Disziplin. Die BewerberInnenzahlen zeigen, dass Powi im Wahlbereich stark gefragt und sehr beliebt ist und, dass diese Nachfrage auch zum großen Teil abgedeckt werden kann. Ein Wegfall der Professuren würde bedeuten, dass der Wahlbereich vor kapazitären Problemen stehen würde.
Das Thema der Stellenstreichungen ist bei weitem kein alleiniges Problem der Politikwissenschaft. Das Land Sachsen will im Rahmen der Hochschulentwicklungsplanung bis 2015 300 Stellen streichen. Davon alleine 72 an der Universität Leipzig. Die Universität ist daher angehalten, bis zum Ende des Jahres 2011 ihre hochschulinternen Vorstellungen zum Entwicklungsplan an das Ministerium weiterzureichen. Es ist darum besonders wichtig, bei diesen ersten Unternehmungen zu Stellenstreichungen als Fakultät geschlossen hinter dem Institut für Politikwissenschaft zu stehen. Jegliche Taktiererei und Hoffnung auf die Verschonung des eigenen Institutes wird zur Folge haben, dass sich gegenseitig ausgespielt werden wird. Nur mit einer geschlossenen Fakultät – und Universität - kann sich gegen eine Landespolitik der Streichungen gewehrt werden.
Wir fordern das Rektorat auf:
Eine sofortige Weiterführung der Berufungsverfahren und eine Besetzung der Lehrstühle anzustreben, damit die Lehre sowohl im Kernfach als auch im Wahlbereich abgedeckt wird.
Die absolut intransparente Entscheidungspolitik auf Seiten des Rektorats sofort zu beenden.
Wir fordern ebenso die Fakultät auf, sich geschlossen für das Institut für Politikwissenschaft und gegen jede Kürzungen einzusetzen.






